Eigenbluttherapie (ACP/PRP)

Eigenbluttherapie (ACP/PRP)

Eigenbluttherapie (ACP / PRP) in Hamburg

Eigenbluttherapie heißt im Kern: Wir nehmen Ihrem Körper an einer Stelle ein wenig Blut ab und bringen ihm an einer anderen Stelle die regenerativen Bausteine zurück, die er dort selbst nicht hingebracht hätte. Das klingt nach Wundermittel, ist aber keines. Es ist eine sinnvolle Therapieoption — bei klarer Indikation und ehrlicher Aufklärung über die Grenzen.

In meiner Privatpraxis am Michel in Hamburg-Neustadt biete ich ACP und PRP an. Wann diese Verfahren sinnvoll sind und wann nicht, klären wir gemeinsam vor jeder Behandlung.

Eigenbluttherapie Hamburg: Wann ACP und PRP helfen können

Am häufigsten setze ich die Eigenbluttherapie in Hamburg bei Arthrose ein, vor allem am Knie, sowie bei hartnäckigen Sehnenreizungen wie Tennisellenbogen, Achillessehne oder Plantarfaszie. Auch bei Reizzuständen nach Überlastung kann ACP eine Option sein, wenn Physiotherapie und Belastungssteuerung nicht ausgereicht haben. Entscheidend ist immer die Indikation: Ich empfehle die Behandlung nur, wenn Befund, Beschwerdebild und Ihr Therapieziel zusammenpassen.

Wichtig ist mir ein ehrlicher Rahmen. ACP und PRP sind kein Ersatz für eine notwendige Operation und kein Wundermittel. Die Studienlage zeigt für einzelne Anwendungsgebiete gute, für andere uneinheitliche Ergebnisse. Genau das bespreche ich offen mit Ihnen, bevor wir starten, damit Ihre Erwartung realistisch bleibt.

Die Eigenbluttherapie ist Teil eines größeren Konzepts. Häufig kombiniere ich sie mit Bewegungsanalyse und Belastungssteuerung aus meiner Sportmedizin sowie, wo sinnvoll, mit einer Abklärung von Stoffwechsel und Mikronährstoffen. So behandeln wir nicht nur das Symptom, sondern die Ursache mit. Wie ACP konkret bei Kniearthrose wirkt, lesen Sie in meinem Ratgeber zur PRP-Eigenbluttherapie bei Kniearthrose.

Was ist ACP, was ist PRP?

ACP steht für Autologes Konditioniertes Plasma. Es ist eine Variante der Eigenbluttherapie, bei der mit einer speziellen Doppelspritze rund 15 Milliliter Blut aus Ihrer Armvene entnommen und in einer Zentrifuge in seine Bestandteile getrennt werden. Übrig bleibt eine angereicherte Plasmafraktion mit Blutplättchen und Wachstumsfaktoren.

PRP steht für Plättchenreiches Plasma und ist der Oberbegriff für alle Eigenblut-Plasma-Verfahren. ACP ist eine standardisierte PRP-Variante mit einem etablierten Aufbereitungsprozess.

In beiden Fällen wird das gewonnene Plasma direkt im Anschluss in das betroffene Gelenk oder die betroffene Sehne injiziert. Die regenerativen Bausteine — vor allem Wachstumsfaktoren — sollen lokal Heilungsprozesse unterstützen, die der Körper an der Stelle alleine nicht ausreichend leistet.

Wann ich ACP / PRP empfehle

Eigenbluttherapie ist eine Option, kein Standard. Ich empfehle sie vor allem in diesen Konstellationen:

  • Frühe bis mittelgradige Kniegelenksarthrose (Gonarthrose), wenn aktive Therapie und Belastungssteuerung ausgeschöpft sind
  • Hartnäckige Tendinopathien — Tennisarm (Epicondylopathie), Patellasehne, Achillessehne, Schulter-Sehnenreizungen
  • Sehnenreizungen bei aktiven Sportlern, die keine Cortison-Spritze möchten und auch keine bekommen sollten
  • Frühe Hüftgelenksarthrose in ausgewählten Fällen
  • Ergänzung zur konservativen Stufentherapie, nicht als Ersatz

Wann ich ACP / PRP nicht empfehle

Die ehrliche Aufklärung gehört zur Therapie. Es gibt klare Situationen, in denen eine Eigenbluttherapie nicht sinnvoll ist:

  • Wenn die mechanische Ursache (Achsenfehler, Belastungsmuster, muskuläre Defizite) nicht adressiert ist — die Spritze wirkt dann nur kurzfristig
  • Bei fortgeschrittener Arthrose, in der andere Verfahren oder operative Optionen sinnvoller sind
  • Bei akuten Entzündungen oder Infektionen
  • Wenn die Erwartung Heilung statt Linderung ist

Ablauf einer ACP-Behandlung

Vor der Behandlung

Im Vorgespräch klären wir die Indikation, prüfen die mechanische Grundlage, schauen uns die Vorbefunde an und sprechen über Erwartungen, Nutzen, Risiken und Alternativen.

Während der Behandlung

Blutentnahme aus der Armvene (rund 15 Milliliter), Zentrifugation, gezielte Injektion in Gelenk oder Sehne. Dauer insgesamt etwa 20 bis 30 Minuten.

Üblicher Therapieplan

Drei Injektionen im Wochenabstand. Bei Bedarf Auffrischungsbehandlungen nach sechs bis zwölf Monaten.

Nach der Behandlung

Schonung des behandelten Bereichs für 24 bis 48 Stunden. Danach gezielte Belastung gemäß individuellem Therapieplan — die aktive Komponente bleibt der Schlüssel.

Studienlage

Die Studienlage zu ACP und PRP ist solide, aber nicht euphorisch. Für früh- bis mittelgradige Kniegelenksarthrose und für mehrere Tendinopathien zeigen die Daten konsistent positive Effekte gegenüber Placebo und im Vergleich zu Cortison-Injektionen mit besserem Risikoprofil. Aber Studien-Effekt ist nicht gleich individuelle Heilung. Bei jedem Patienten gilt: davor steht eine ehrliche Anamnese, davor steht aktive Therapie.

Kosten und IGeL-Hinweis

Eigenbluttherapie ist in den meisten Indikationen eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Eine ACP-Behandlungsserie liegt nach GOÄ im Bereich von etwa 350 bis 600 Euro pro Sitzung, abhängig von Aufwand und Region. Vor der Behandlung erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag.

Die gesetzliche Krankenkasse erstattet ACP/PRP in der Regel nicht. Bei privater Krankenversicherung hängt die Erstattung vom Tarif ab — bitte vor der Behandlung mit Ihrer Versicherung klären.

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FAQ

Häufige Fragen zur Sportmedizin

Tut die ACP-Behandlung weh?

Die Blutentnahme aus der Armvene fühlt sich an wie bei einer Routine-Blutabnahme. Die anschließende Injektion in das Gelenk oder die Sehne kann kurzzeitig unangenehm sein, ist aber meistens gut tolerabel. Viele Patienten berichten, dass die Blutentnahme stärker zu spüren war als die Injektion selbst.

Wie viele ACP-Sitzungen brauche ich?

In den meisten Fällen drei bis fünf Injektionen im Wochenabstand. Bei einigen Indikationen folgt nach sechs bis zwölf Monaten eine Auffrischung. Die genaue Anzahl wird individuell festgelegt.

Wie schnell wirkt ACP?

Die ersten spürbaren Verbesserungen treten häufig zwei bis sechs Wochen nach der ersten Injektion ein. Der vollständige Effekt zeigt sich oft erst nach Abschluss der gesamten Serie. ACP wirkt nicht akut wie eine Cortison-Spritze, sondern setzt einen Regenerationsprozess in Gang.

Was ist der Unterschied zwischen ACP, PRP und Stammzelltherapie?

ACP und PRP arbeiten mit Plasma und Blutplättchen aus Ihrem eigenen Blut. Die Stammzelltherapie (SVF) arbeitet mit Zellfraktionen aus Eigenfett und ist ein anderes Verfahren mit deutlich höherer Komplexität — und einer anderen Datenlage. SVF ist in den meisten orthopädischen Indikationen ein individueller Heilversuch und kein Standardverfahren.

Bekomme ich ACP auch als Kassenpatient?

ACP und PRP sind in der Regel IGeL-Leistungen und werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen. Gesetzlich Versicherte können die Behandlung als Selbstzahler in Anspruch nehmen.

Wann sollte ich ACP nicht machen?

Bei akuten Infektionen, schwerer Blutgerinnungsstörung, bestimmten Krebserkrankungen oder im Bereich einer aktiven Entzündung sollte ACP nicht erfolgen. Die genaue Eignung klären wir vor der Behandlung.

Was kostet eine ACP-Behandlungsserie?

Eine Behandlungsserie aus drei Sitzungen liegt nach GOÄ in der Spanne von etwa 1.000 bis 1.800 Euro insgesamt — abhängig von der Lokalisation und vom Aufwand. Vor der Behandlung erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag.