Ein ziehender Schmerz unterhalb der Kniescheibe, der bei Sprüngen, beim Treppensteigen oder nach dem Sport auftritt, ist typisch für das Patellaspitzensyndrom, auch Springerknie genannt. Es betrifft vor allem sportlich aktive Menschen, insbesondere in Sportarten mit häufigen Sprüngen und schnellen Richtungswechseln. Unbehandelt kann es hartnäckig werden und die sportliche Aktivität deutlich einschränken.
Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Patellaspitzensyndrom entsteht, an welchen Symptomen Sie es erkennen, wie es diagnostiziert wird und welche Behandlungen helfen. So wissen Sie, wie Sie die Reizung in den Griff bekommen und sicher in Ihren Sport zurückkehren.
Was ist das Patellaspitzensyndrom?
Beim Patellaspitzensyndrom handelt es sich um eine Überlastungsreaktion der Patellasehne an ihrem Ansatz an der unteren Spitze der Kniescheibe. Diese Sehne verbindet die Kniescheibe mit dem Schienbein und überträgt die Kraft der Oberschenkelmuskulatur, wenn wir das Bein strecken. Bei wiederholter, hoher Belastung kann der Sehnenansatz überlastet und gereizt werden.
Man spricht auch von einer Tendinopathie der Patellasehne. Anders als bei einer akuten Verletzung entwickelt sich das Springerknie meist schleichend über Wochen. Der Sehnenansatz reagiert auf die Dauerbelastung mit kleinen Schäden und einer verminderten Belastbarkeit, was den typischen Schmerz unterhalb der Kniescheibe verursacht.
Wie es entsteht
Die Hauptursache ist eine wiederkehrende Überlastung der Patellasehne. Typisch ist das Springerknie deshalb in Sportarten wie Volleyball, Basketball, Handball und Leichtathletik, in denen häufig gesprungen und abrupt gestoppt wird. Auch ein zu schneller Trainingsaufbau, harte Untergründe und eine unzureichende Erholung zwischen den Belastungen begünstigen die Reizung.
Hinzu kommen individuelle Faktoren wie eine verkürzte oder abgeschwächte Oberschenkelmuskulatur, muskuläre Dysbalancen und eine ungünstige Beinachse. Diese Faktoren erhöhen die Zugbelastung auf den Sehnenansatz. Deshalb reicht es meist nicht, nur den Schmerz zu behandeln, sondern es müssen auch die zugrunde liegenden Belastungsfaktoren angegangen werden.
Typische Symptome
Charakteristisch ist ein Schmerz direkt unterhalb der Kniescheibe, der zu Beginn oft nur nach dem Sport auftritt. Schreitet die Reizung fort, kann der Schmerz bereits zu Beginn oder während der Belastung auftreten und schließlich auch im Alltag bestehen bleiben, etwa beim Treppensteigen, beim Aufstehen oder bei längerem Sitzen mit gebeugten Knien.
Typisch ist ein Druckschmerz an der unteren Spitze der Kniescheibe. Manche Betroffene bemerken zudem ein Steifigkeitsgefühl nach Ruhephasen. Weil sich das Springerknie ohne Behandlung häufig verschlechtert und in einen chronischen Verlauf übergehen kann, ist eine frühzeitige Abklärung sinnvoll.
Diagnose
Am Anfang stehen das Gespräch über die sportliche Belastung und den Verlauf der Beschwerden sowie die körperliche Untersuchung. Der typische Druckschmerz an der Patellaspitze und der Zusammenhang mit sprungbetonten Belastungen geben oft schon klare Hinweise. Der Facharzt prüft außerdem Kraft, Beweglichkeit und die Beinachse.
Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung den Zustand der Sehne beurteilen und Veränderungen sichtbar machen. In manchen Fällen liefert eine Magnetresonanztomografie zusätzliche Informationen. Auf dieser Grundlage lässt sich die Behandlung gezielt planen und der Schweregrad der Reizung einschätzen.
Behandlung
Die Behandlung des Patellaspitzensyndroms erfordert vor allem Geduld und Konsequenz. Im Vordergrund steht die Anpassung der Belastung, verbunden mit einem gezielten Aufbautraining der Sehne. Besonders wirksam ist das sogenannte exzentrische Training, bei dem die Muskulatur unter kontrollierter Dehnung arbeitet und die Sehne schrittweise belastbarer wird. Eine sportmedizinische Begleitung hilft dabei, Training und Belastung richtig zu dosieren.
Bei hartnäckigen Beschwerden hat sich die fokussierte Stoßwellentherapie bewährt, die die Heilung des Sehnengewebes anregen soll. Als regeneratives Verfahren kann zudem die Eigenbluttherapie (ACP/PRP) erwogen werden. Sind auch andere Kniestrukturen beteiligt, hilft unser Ratgeber zu Meniskus und Knieschmerzen bei der Einordnung.