Schmerzen im Daumen beim Zugreifen, Drehen eines Schlüssels oder Öffnen eines Glases sind typische Zeichen einer Rhizarthrose, der Arthrose des Daumensattelgelenks. Sie gehört zu den häufigsten Arthroseformen der Hand ab der Lebensmitte. Weil der Daumen an fast jedem Griff beteiligt ist, können die Beschwerden den Alltag erheblich einschränken.
Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Rhizarthrose entsteht, an welchen Symptomen Sie sie erkennen, wie sie diagnostiziert wird und welche Behandlungen von konservativ bis operativ helfen. So wissen Sie, wie Sie Ihre Handfunktion möglichst lange erhalten.
Was ist eine Rhizarthrose?
Die Rhizarthrose ist eine Arthrose des Daumensattelgelenks, also des Gelenks zwischen dem ersten Mittelhandknochen und einem Handwurzelknochen an der Basis des Daumens. Dieses Gelenk ermöglicht die große Beweglichkeit des Daumens und ist an nahezu jeder Greifbewegung beteiligt. Genau diese ständige Beanspruchung macht es anfällig für Verschleiß.
Bei der Rhizarthrose nutzt sich der Gelenkknorpel über die Jahre ab, wodurch Schmerzen, eine eingeschränkte Beweglichkeit und mit der Zeit eine Fehlstellung entstehen können. Da der Daumen für die Kraft und Geschicklichkeit der Hand entscheidend ist, wirken sich die Beschwerden stark auf den Alltag aus.
Wie sie entsteht
Wie bei anderen Arthroseformen spielen mehrere Faktoren zusammen. Eine wichtige Rolle spielt die genetische Veranlagung, weshalb die Rhizarthrose familiär gehäuft auftritt. Auch hormonelle Faktoren werden diskutiert, was erklärt, warum Frauen deutlich häufiger betroffen sind, besonders nach den Wechseljahren.
Hinzu kommen jahrelange Belastungen des Daumens durch bestimmte Tätigkeiten sowie frühere Verletzungen des Gelenks. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko generell. Häufig lässt sich keine einzelne Ursache benennen, vielmehr führt das Zusammenspiel aus Veranlagung, Belastung und Alterung zum allmählichen Verschleiß des Knorpels.
Typische Symptome
Zu Beginn treten die Schmerzen vor allem bei Belastung auf, etwa beim kräftigen Zugreifen, beim Drehen eines Schlüssels, beim Öffnen von Flaschen und Gläsern oder beim Aufdrehen von Verschlüssen. Typisch ist ein Druck- und Bewegungsschmerz an der Daumenbasis. Viele Betroffene bemerken zudem eine nachlassende Kraft im Daumen.
Im weiteren Verlauf können die Schmerzen auch in Ruhe bestehen bleiben, und die Beweglichkeit nimmt ab. Manchmal wird das Gelenk an der Basis sichtbar verdickt, und es kann sich eine Fehlstellung des Daumens entwickeln. Spätestens wenn alltägliche Griffe zunehmend schwer fallen, ist eine fachärztliche Abklärung sinnvoll.
Diagnose
Am Anfang stehen das Gespräch über die Beschwerden und die körperliche Untersuchung. Der typische Druckschmerz an der Daumenbasis und die Schmerzauslösung bei bestimmten Dreh- und Greifbewegungen geben oft schon deutliche Hinweise. Der Facharzt prüft außerdem Beweglichkeit, Kraft und Stabilität des Gelenks.
Zur Sicherung der Diagnose und zur Beurteilung des Verschleißes wird in der Regel eine Röntgenaufnahme angefertigt, die den Zustand des Gelenks und das Ausmaß der Arthrose zeigt. Auf dieser Grundlage lässt sich einschätzen, wie weit die Rhizarthrose fortgeschritten ist und welche Behandlung sinnvoll ist.
Behandlung, von konservativ bis operativ
Solange die Beschwerden erträglich sind, steht die konservative Behandlung im Vordergrund. Sie kann die Arthrose zwar nicht rückgängig machen, aber die Beschwerden lindern und die Funktion erhalten. Dazu gehören eine entlastende Daumenschiene oder Orthese, gezielte Übungen zur Kräftigung und Stabilisierung, die Anpassung belastender Tätigkeiten und der Einsatz von Hilfsmitteln im Alltag. Auch physikalische Maßnahmen wie Wärme oder Kälte können helfen.
Bei ausgeprägtem Verschleiß und chronischer Reizung kann als regeneratives Verfahren die Eigenbluttherapie (ACP/PRP), EMTT oder Stoßwellentherapie erwogen werden, und wie Sie Gelenke im Alltag schützen, erfahren Sie in unserem Bereich Sportmedizin und Prävention. Reichen die konservativen Maßnahmen nicht mehr aus und schränken die Beschwerden den Alltag stark ein, kann eine Operation sinnvoll sein, bei der das verschlissene Gelenk je nach Verfahren entlastet oder ersetzt wird.