Schmerzen in der Kniekehle, dem hinteren Bereich des Knies, sind unangenehm und verunsichern viele Betroffene, weil sie ganz unterschiedliche Ursachen haben können. Manche sind harmlos und muskulär bedingt, andere gehen auf eine Baker-Zyste oder einen Meniskusschaden zurück. In seltenen Fällen steckt eine Ursache dahinter, die rasch abgeklärt werden muss. Umso wichtiger ist die genaue Einordnung.
Dieser Ratgeber erklärt, welche Ursachen hinter Schmerzen in der Kniekehle stecken können, an welchen Zeichen Sie diese erkennen, welche Warnsignale ernst zu nehmen sind und welche Behandlungen helfen. So verstehen Sie, wann Sie beobachten können und wann eine zeitnahe Abklärung wichtig ist.
Warum die Kniekehle schmerzen kann
Die Kniekehle ist der hintere Bereich des Kniegelenks, in dem zahlreiche Strukturen auf engem Raum verlaufen, darunter Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven sowie Blut- und Lymphgefäße. Schmerzen in diesem Bereich können daher von ganz verschiedenen Strukturen ausgehen. Die Beschwerden reichen von einem Ziehen und Spannungsgefühl bis zu einem stechenden Schmerz bei Belastung oder beim Beugen des Knies.
Weil die Ursachen so unterschiedlich sind, lässt sich aus dem Schmerz allein oft nicht ablesen, was dahintersteckt. Entscheidend ist die genaue Untersuchung. Sie klärt, ob eine harmlose muskuläre Reizung, eine Baker-Zyste, ein Meniskusschaden oder eine andere Ursache vorliegt. Erst danach lässt sich die Behandlung gezielt darauf ausrichten.
Häufige Ursachen
Eine der häufigsten Ursachen ist die Baker-Zyste, eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Aussackung in der Kniekehle. Sie entsteht meist als Folge einer Reizung im Kniegelenk, etwa bei Arthrose oder einem Meniskusschaden, wenn vermehrt Gelenkflüssigkeit gebildet wird. Ebenfalls häufig sind Schäden des hinteren Meniskusanteils, die beim Beugen und Drehen Schmerzen in der Kniekehle verursachen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zu Meniskus und Knieschmerzen.
Auch muskuläre Ursachen kommen infrage, etwa Verspannungen oder Reizungen der Beugemuskulatur und ihrer Sehnen an der Rückseite des Oberschenkels. Überlastung durch Sport, eine ungewohnte Belastung oder eine Reizung der Kniekehlenstrukturen spielen ebenfalls eine Rolle. Seltener gehen die Beschwerden auf Gefäß- oder Nervenprobleme zurück, die eine besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Wichtige Warnsignale
Bei Schmerzen in der Kniekehle gibt es Warnsignale, die eine rasche ärztliche Abklärung erfordern. Dazu gehört vor allem eine schmerzhafte Schwellung der Wade in Verbindung mit Überwärmung, Rötung und einem Spannungsgefühl. Solche Zeichen können auf eine Thrombose, also ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene, hinweisen, die zeitnah abgeklärt werden muss.
Auch eine plötzliche, starke Schwellung, eine deutliche Bewegungseinschränkung oder ausgeprägte Beschwerden ohne erkennbaren Auslöser sollten nicht abgewartet werden. In solchen Fällen ist es wichtig, zügig ärztlichen Rat einzuholen. Die allermeisten Schmerzen in der Kniekehle sind zwar harmlos, doch gerade wegen dieser möglichen ernsten Ursachen ist die genaue Einordnung so wichtig.
Diagnose
Am Anfang stehen das Gespräch über die Beschwerden und mögliche Auslöser sowie die körperliche Untersuchung. Der Facharzt beurteilt Schwellung, Druckpunkte, Beweglichkeit und Stabilität des Knies und prüft, bei welchen Bewegungen die Schmerzen auftreten. Eine tastbare Aussackung in der Kniekehle kann auf eine Baker-Zyste hinweisen.
Zur genaueren Beurteilung eignet sich die Ultraschalluntersuchung, die eine Baker-Zyste, eine Schwellung und die Weichteile gut darstellt und zugleich helfen kann, ernste Ursachen einzugrenzen. Bei Verdacht auf einen Meniskus- oder Knorpelschaden liefert eine Magnetresonanztomografie genaue Bilder. So lässt sich die Ursache eingrenzen und die Behandlung gezielt planen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei muskulär bedingten Beschwerden helfen Entlastung, gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen und die Anpassung der Belastung. Ebenfalls kann die Versorgung mit Kinesiotapin und Akupunkturdauerpflastern linderung bewirken. Wie Sie die Bein- und Kniemuskulatur gezielt stärken, erfahren Sie in unserem Bereich Sportmedizin und Prävention. Bei einer Baker-Zyste steht die Behandlung der zugrunde liegenden Reizung im Kniegelenk im Vordergrund, denn wenn die Ursache im Gelenk beruhigt wird, bildet sich die Zyste häufig zurück.
Liegt ein Meniskus- oder Knorpelschaden zugrunde, richtet sich die Behandlung danach, von konservativen Maßnahmen bis zu regenerativen Verfahren wie der Eigenbluttherapie (ACP) oder SVF. Besteht der Verdacht auf eine Thrombose oder eine andere ernste Ursache, hat die entsprechende Abklärung und Behandlung Vorrang. Ziel ist immer, nicht nur den Schmerz zu lindern, sondern die eigentliche Ursache gezielt zu behandeln.